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ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen – worauf kommt es an?

ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen – worauf kommt es an?

Die Diagnostik bei einer ADHS stützt sich auf eine gründliche psychiatrische Erhebung (Anamnese) und auf die Schilderungen des Patienten* zu aktuellen Problemen in unterschiedlichen Lebensbereichen.

 

Hohe Bedeutung für die Diagnosestellung hat die Frage nach dem erstmaligen Auftreten von Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen bzw. von Hyperaktivität und Impulsivität.

Hilfreich zu wissen für die Diagnose

Ein Arzt im weißen Kittel unterhält sich in einer Praxis mit einem Mann im blauen Hemd.
Dekorativer Hintergrund

ABLAUF EINER ADHS-DIAGNOSE BEI ERWACHSENEN

Anamnese

Die Anamnese ist ein Gespräch zum Ermitteln der Krankheitsgeschichte.

Mögliche Fragen sind z. B.:

  • Wann sind die Symptome (Konzentrationsstörungen, Impulsivität, Hyperaktivität) erstmals aufgetreten?
  • In welchen Lebensbereichen zeigen sich Auswirkungen der ADHS-Symptome?
  • Sind psychiatrische Erkrankungen bekannt?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?
Ein Mann sitzt nach vorne gebeugt auf einem Sofa und hört einer Frau zu, die in einem Büro ein Klemmbrett hält. Im Hintergrund sind Pflanzen zu sehen.
Fragebögen

Für einen umfassenden und gründlichen Informationsgewinn werden häufig vom Arzt unterstützende Fragebögen eingesetzt. Dieses Vorgehen, bei dem Patienten eine Selbstbeurteilung ihrer Symptome vornehmen, wird von wissenschaftlichen Fachgesellschaften empfohlen und hat sich bei der Diagnostik einer ADHS bewährt.

Gespräche mit Bezugspersonen

Das Arztgespräch mit dem Partner oder den Eltern und Verwandten kann Aufschluss bringen. Oft erinnert man sich selbst nicht mehr an entsprechende Symptome, aber andere können mögliche Besonderheiten noch gut beschreiben. Auch ein Blick auf Grundschulzeugnisse ist meist hilfreich.

Eine Ärztin im weißen Kittel spricht mit einem Mann, der ein Tablet hält, neben ihnen steht ein Kind.
Körperliche Untersuchung

Eine körperliche Untersuchung dient dem Ausschluss anderer Grunderkrankungen. So können beispielsweise die Schilddrüse untersucht, die Blutwerte erhoben und ein EKG durchgeführt werden.

Spezielle Tests

Spezielle Tests werden zur Ermittlung der kognitiven Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeitsleistung durchgeführt.

Ein Arzt hält ein Tablet und einen Stift in der Hand, während er während einer Konsultation mit einem Patienten im hellblauen Hemd spricht.
Ein Arzt im weißen Kittel und mit Stethoskop lächelt, während er einen Stift hält und in einer Praxis mit einem Patienten spricht.

Beurteilung einer ADHS bei Erwachsenen: „Wender-Utah-Kriterien“

Die vorhandenen Anzeichen der Störung sind für die Beurteilung einer ADHS-Symptomatik bei Erwachsenen hilfreich. Der behandelnde Arzt kann sie mithilfe der sogenannten Wender-Utah-Kriterien für ADHS erfassen. Dies ist eine eigens für das Erwachsenenalter entwickelte Aufstellung von ADHS-Symptomen, die die Ausprägung der Symptome in Abhängigkeit vom Alter des Betroffenen stärker berücksichtigt als das Diagnosehandbuch der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

 

Zusätzlich zu mindestens zwei der genannten Symptome müssen immer auch ein Aufmerksamkeitsdefizit und eine Hyperaktivität vorliegen (z. B. innere Unruhe, Unfähigkeit zur Entspannung).

Dekorativer Hintergrund

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ADHS bei Erwachsenen feststellen - der Blick in die Kindheit

Zwei Frauen unterhalten sich, die eine trägt ein blaues Oberteil, die andere einen weißen Kittel, in einem Raum mit anatomischen Diagrammen an den Wänden.

Wenn bis zum Erwachsenenalter keine ADHS-Diagnose gestellt wurde, ist rückwirkend eine Symptomabklärung aus der Kindheit erforderlich. Wie werden rückwirkend ADHS-Symptome aus der Kindheit ermittelt?

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Begleitsymptome und Komorbiditäten einer ADHS bei Erwachsenen

Illustration einer Frau mit langem Haar, Hand am Kinn, die nachdenklich aussieht. Der Hintergrund hat abstrakte violette, gelbe und grüne Aquarellspritzer.

Bei einer ADHS treten neben den Kernsymptomen häufig Begleitsymptome oder auch Begleiterkrankungen – sogenannte Komorbiditäten – auf.

Eine Frau mit lockigem Haar sitzt mit vor dem Gesicht verschränkten Händen da und scheint in Gedanken versunken zu sein.

Gut zu wissen

Eine ADHS kann mit weiteren seelischen Erkrankungen wie z. B. Depressionen oder Suchterkrankungen einhergehen. Liegen zusätzliche Erkrankungen vor und sind diese stark ausgeprägt, können sie die Symptome einer ADHS ganz oder teilweise überlagern und verhindern, dass eine ADHS erkannt wird.

 

Im Rahmen der ADHS-Diagnostik ist es deshalb wichtig, andere seelische Erkrankungen zu erkennen und als Ursache für Beschwerden auszuschließen. Dies ist auch für eine individuell passende Behandlung unverzichtbar, damit alle ursächlichen Faktoren erkannt und in den Behandlungsplan miteinbezogen werden.

Eine detaillierte Skizze einer Person mit geflochtenem Haar, die ihr Kinn auf die Hände stützt und nachdenklich dreinschaut. Weiche grüne, gelbe und violette Aquarellformen überlagern die Schwarz-Weiß-Zeichnung.

Diagnose ADHS – Und nun?

Für viele Erwachsene bedeutet die Diagnose ADHS im ersten Moment eine Erleichterung. Denn jetzt wissen sie, wo die Probleme ihren Ursprung haben!

 

Die weitere, gute Nachricht: Es gibt effektive Behandlungsmöglichkeiten, die helfen können, das Leben mit einer ADHS zu meistern.

 

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